Am Samstag, 8. November, haben die Bezirksgemeinschaft Pustertal, die Gemeinden Toblach, Innichen und Sexten und die Stiftung „Hans Messerschmied“ das neue Sozialzentrum in Toblach feierlich eingeweiht. Rund 400 Menschen waren der Einladung gefolgt und haben am Samstag die Chance genutzt, Glückwünsche zu überbringen und die neue Struktur zu besichtigen und kennenzulernen.
Die offizielle Einweihung des Gebäudes war ein ganz besonderer Moment, dem man gemeinsam lange entgegengefiebert hat. 2013 ging das Projekt der Architekten Helmut Stifter und Angelika Bachmann nämlich als Sieger eines Ideenwettbewerbs hervor. Nach einem langen Weg vom Kauf des Grundstückes, über Planung, Vereinbarungen, Finanzierungsabsprachen und Bau, freuten sich alle Beteiligten am Samstag sehr über die offizielle Einweihung. Präsident Robert Alexander Steger begrüßte die vielen Anwesenden und betonte: „Mit der Eröffnung des neuen Sozialzentrums in Toblach setzten wir einen bedeutenden Schritt zur Weiterentwicklung der sozialen Dienste im Hochpustertal“. Das neue Sozialzentrum mitten im Dorf ist ein Ort des Miteinanders und der Begegnung.
In diesem Sinne haben sich Robert Alexander Steger und Bürgermeister der Gemeinde Toblach, Martin Rienzner, bei der offiziellen Einweihungsfeier auch bei allen Beteiligten bedankt. „Es brauchte den Einsatz und die Mitarbeit Vieler, um heute eine so gelungene Einrichtung in Betrieb nehmen zu können“, betonte Rienzner. Ein offizieller Dank ging dabei an die Landesregierung und die Gemeinden für die Finanzierung, an das Architektenteam Stifter und Bachmann für die äußerst gelungene Planung, an die verantwortliche Baufirma Unionbau (stellvertretend für alle beteiligten Unternehmen) für die kompetente Ausführung und an die Verantwortlichen der einzelnen Einrichtungen und Körperschaften, die alles daran gesetzt haben, das Projekt umzusetzen. Ein ebenso großer Dank ging auch an alle Mitarbeitenden und Betreuten der einzelnen Einrichtungen. Sie sind diejenigen, die nun im Sozialzentrum ein Zuhause finden und das Haus mit Leben füllen.
Die Kosten für den Kauf der Grundstücke, den Bau und die Einrichtung des Sozialzentrums belaufen sich insgesamt auf 15 Millionen Euro. Zwei Drittel davon trägt die Bezirksgemeinschaft Pustertal bzw. das Land, den Rest teilen die drei Gemeinden Toblach, Innichen und Sexten auf sich auf.
Bedeutung des Sozialzentrum für die Bezirksgemeinschaft
Für die Bezirksgemeinschaft vereint die Einrichtung verschiedene Angebote zur Förderung, Betreuung und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung unter einem Dach und schafft damit eine moderne, inklusive Struktur. Konkret sind es 36 Menschen mit Beeinträchtigungen, die im Sozialzentrum von einem Team aus 20 Mitarbeiterinnen betreut und unterstützt werden.
Im neuen Sozialzentrum findet die Werkstatt mit den Gruppen: Näherei, Tischlerei, Kreativgruppe und Weberei (Wäschegruppe) ihren Platz. Die Werkstatt ist von Montag bis Donnerstag jeweils von 8.00 bis 15.00 Uhr geöffnet, am Freitag bis 13.00 Uhr. Die Tischlerei befindet sich im Erdgeschoss, während die übrigen Gruppen im Obergeschoss untergebracht sind. Ziel ist die Förderung individueller Fähigkeiten durch handwerklich-kreative Tätigkeiten. In liebevoller Handarbeit entstehen hier hochwertige Produkte, die im „Inso Weltladile“ am Schulplatz in Toblach verkauft werden.
Im Erdgeschoss befindet sich des Weiteren auch die sozialpädagogische Tagestätte für Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigungen. Hier stehen individuelle Betreuung und gezielte Förderung im Vordergrund.
Das Mittagessen wird täglich frisch von der lokalen Mensa in Toblach zubereitet. Zu Fuß wandern die Betreuten mit ihren Betreuerinnen in die Mensa. Für jene Menschen, die Schwierigkeit mit dem Spaziergang haben, wird das Essen in die Werkstatt geliefert.
Ein weiterer Meilenstein ist das neue Wohnangebot für Menschen mit Beeinträchtigungen, das im kommenden Jahr eröffnet wird. Insgesamt stehen neun Einzelzimmer mit eigenem Bad zur Verfügung. Eine Gemeinschaftsküche lädt zum gemeinsamen Kochen und Austausch ein. Ziel ist es, selbstständiges Wohnen zu fördern und gleichzeitig ein unterstützendes Umfeld zu bieten.
Auch der ambulante Betreuungsdienst Hochpustertal der Bezirksgemeinschaft Pustertal findet im neuen Zentrum Platz. Im Erdgeschoss wurde ein modernes Pflegebad mit einer hochentwickelten Badewanne eingerichtet, das der unterstützenden Körperpflege im Rahmen ambulanter Einsätze dient.
Die gesamte Einrichtung zeichnet sich durch helle, freundliche und barrierefreie Räumlichkeiten aus, die eine angenehme Atmosphäre für Nutzerinnen und Nutzer und für Mitarbeitende schaffen. Die Strukturleiterin Doris Oberparleiter formuliert es bei der Einweihungsfeier so: „Das Sozialzentrum versteht sich als Ort der Begegnung, Förderung und Teilhabe – ein wichtiger Beitrag zur sozialen Integration im Hochpustertal.“
Neben den Strukturen der Bezirksgemeinschaft sind im neuen Sozialzentrum auch elf betreute Seniorenwohnungen und eine Tagesstätte mit zehn Plätzen, geführt von der Stiftung „Hans Messerschmied“, untergebracht. Das neue Sozialzentrum wird damit noch mehr zum Ort des Miteinanders, zum Ort der Begegnung und zum Zuhause für die dort lebenden Menschen. Kurzum eine Bereicherung für das gesamte Hochpustertal.
einige Bilder der Einweihungsfeier